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Herbstgedichte

Dies ist ein Herbsttag, wie ich
keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man
kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern
und nah,
Die schönsten Früchte ab vom Baum.
O stört sie nicht, die Feier der
Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber
hält.
Denn heute löst sich von den
Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der
Sonne fällt.
Friedrich Hebbel

Herbstfeuer
Rings in allen Gärten,
die im Tale sind,
rauchen nun die Feuer,
und der Herbst beginnt.
Fern ist nun der Sommer
und der Blumenduft.
Rote Feuer lodern.
Rauch steigt in die Luft.
Lobt den Lauf des Jahres
und den Wechsel auch!
Blumen bringt der Sommer
und der Herbst den Rauch!
Robert Louis Stevenson
Der Herbst steht auf der Leiter
Der Herbst steht auf der Leiter
und malt die Blätter an,
ein lustiger Waldarbeiter,
ein froher Malersmann.
Er kleckst und pinselt fleißig
auf jedes Blattgewächs,
und kommt ein frecher Zeisig,
schwupp, kriegt der auch ¹nen Klecks.
Die Tanne spricht zum Herbste:
Das ist ja fürchterlich,
die andern Bäume färbste,
was färbste nicht mal mich?
Die Blätter flattern munter
und finden sich so schön.
Sie werden immer bunter.
Am Ende falln sie runter.
Peter Hacks

Allee im Herbst
Die Bäume senden Luftpostbriefe.
Langsam schweben sie zu Boden.
Wer sie sieht, versteht die Botschaft:
Winter kommt bald
Georg Bydlinski

Der Herbst
Der Herbst ist es, der uns umstimmt,
die Gesichter der Leute zum Lachen bringt,
grün, braun, rot und gelb,
die Blätter der Bäume schon fast verwelkt,
die Luft, die sich sehr schnell abkühlt,
die Kälte, die man dann erst fühlt,
das Klima, das Wetter verändert sich stark,
die Bäume der Landschaft werden Karg.
All dies läßt die Stimmung der Leute erwärmen,
dies ist der Grund, um für den Herbst zu schwärmen.
Autor unbekannt

Herbst
Sonnenfalten auf dem Blattgold,
Abschied auf den Gräsern liegt.
Kurze Tage, graustille Hoffnung,
Regentrauer sich um uns schmiegt.
Morgentau bedeckt die Sehnsucht,
Winde toben Tag um Tag.
Blaue Stunde, blaue Dämmerung,
Herbst nun an den Wipfeln nagt.
Blass nun werden all die Farben,
Sterben prägt den späten Tag.
Herbstgedanken in den Menschen,
Kummer manche Seele plagt.
Blüht der Mond in langen Nächten,
werden wach die Herbstdämonen.
Nebel trauert aus den Sümpfen,
Herbst wird bald in allem wohnen.
(Gerald Block)

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